Jazz und Börse – Was wusste Cole Porter?

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Jazz und Börse – Was wusste Cole Porter?

Who Wants To Be a Millionaire?

Vielleicht füllt sich Ihr E-Mail Postfach auch immer wieder mit unglaublichen Versprechungen, bei denen es von Superlativen nur so wimmelt? „Sensation…. gehört sofort ins Depot“, „Extreme Fallhöhe“ (vielleicht als Werbung für Put-Optionen) oder „Super-Mega-Extrem-Schock“ – dies sind die Überschriften aus Mails von nur wenigen Tagen, die die Geldanlage als schnellsten, mühelosen Weg zum Reichtum zeigen. Und vielleicht auch an die Gier der Anleger appellieren. Das bringt mich aber direkt zu einem Vergleich mit Cole Porter, dem Jazz-Komponisten. Er fragte in seinem Lied, wozu man denn überhaupt Millionär sein sollte. Und nannte ziemlich viele Statussymbole, ohne die es sich auch sehr gut leben lässt. Doch wozu ist die Geldanlage wirklich gut und kann sie die Lebensqualität erhöhen. Ein Blick auf die beiden Säulen der Werthaltigkeit der Aktien zeigt ganz deutlich wo die Chancen dieser Geldanlageform liegen und was Sie – genauso wie praktisch alle seriösen Geldanlagen auch – nicht leisten kann.

Kursgewinne sind Bestandteil eines gut kontrollierbaren, planbaren Vermögenszuwachses

Wenn Sie von diesen unseriösen Lockangeboten und „Kursraketen“ absehen sind die Renditen an den Börsen langfristig gesehen höher und stabiler als bei den Festverzinslichen. Der Grund dafür ist, dass sich unternehmerisches Handeln meist in einer höheren Eigenkapitalrendite auszahlt, als die reine Anlage in verzinste Papiere. Wenn Sie sich die Jahresberichte der Aktiengesellschaften ansehen, dann ist meist von einer Rendite des eingesetzten Kapitals die Rede, welches oftmals sogar 10 % und mehr erreicht. Ein Teil dieses Wertzuwachses wird dann als Dividende ausgeschüttet, ein anderer verbleibt als offene oder stille Reserve im Unternehmen. Dies ist auch der Grund dafür, warum die Aktienkurse in der langjährigen Betrachtung steigen: Die Unternehmen sammeln jede Menge Substanz an, aus der sie in der Zukunft noch mehr machen werden. Wer also nicht in die hoch volatilen und riskanten Branchen wie Luftfahrt oder Chip-Produktion investiert, der wird einen hohen Börsenerfolg erzielen.

Ein weiterer Treiber für die Substanz- und Kursgewinne bei Aktien sind die Konzentrationstendenzen in vielen Branchen. Wenn Sie sich Nestle, Unilever, Coca Cola oder Mondelez im Nahrungsmittelbereich ansehen, dann werden Sie beobachten: Viele kleinere Unternehmen werden aufgekauft, immer mehr Produkte sind unter diesen Dachmarken erhältlich. Dieses Portfolio erwirtschaftet viele Erträge, mit denen Sie Vermögen in sinnvollen Größenordnungen aufbauen können. Damit werden Sie zwar nicht – wie diverse Newsletter immer vorgaukeln – sofort Millionär, können aber dennoch den Vermögenszuwachs generieren.

Ähnlich wie bei Cole Porter in den 20er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts boomt die Börse weiterhin. Von einigen kurzfristigen Rücksetzern abgesehen. Wenn Sie also ebenso wie der Komponist gar keine Farm bzw. ein „Country Estate“ am Ende der Welt haben möchten, dann sind die Kursgewinne der Aktien genau das richtige Instrument zu mehr Lebensqualität.

Dank des Ausbleibens von Kursverlusten sich selbst verwirklichen

Möchten Sie gut mit Ihrer Familie, Ihrer Freundin und Bekannten leben. Dann verwirklichen Sie Ihre „normalen“ und nicht die absurden Träume dank der Wertsteigerung der Aktien. Wenn Sie sich selbst und andere wirklich mögen, dann brauchen Sie auch keine private Landebahn. Genießen Sie einen Teil des Wertzuwachses und der Rendite und kaufen sich dafür etwas Schönes. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass Sie möglichst wenige Kursverluste einstecken. Da sich nicht immer alle Unternehmen richtig gut entwickeln und es durchaus auch Managementfehlentscheidungen geben kann, gibt es zwei Grundregeln, die eine Art Airbag oder Sicherheitsnetz gegen Kursverluste darstellen:

Kursbeobachtung mit unterem Limit oder „Stop Loss Order“

Wenn Sie sich die Aktien ansehen, bei denen die Anleger richtig Geld verloren haben, dann ist in praktisch allen Fällen ein sehr langer Zeitraum der Degeneration bzw. sinkender Kurse zu erkennen. Egal ob es sich um kleine Werte wie Singulus (WKN: 723890) oder marktschwere Werte wie die Deutsche Bank (WKN: 514000) handelt: Eine Phase sinkender Kurse setzt normalerweise nicht an einem Tag mit einem plötzlichen Einbrechen der Kurse ein. Im Langfristchart zeigt sich, dass die Kursverluste sukzessive eintreten. Wer deshalb mit einer absolut unverrückbaren, inneren Verlustschwelle von 10 oder 15 % arbeitet, der kann sich meist rechtzeitig von sinkenden Aktien trennen.

Mathematik als Schutz vor sinkenden Kursen

Eine weitere Möglichkeit die Kursverluste zu begrenzen ist das Anwenden klassischer Zeitreihen bzw. Kennzahlen. Dies ist einfacher getan, als man auf den ersten Blick vielleicht denken mag. Die meisten Aktien konnten dann ihren Aufwärtstrend nicht mehr fortsetzen, wenn die Bewertung im Vergleich zu den zukünftig zu erwarteten Gewinnen zu hoch war. Im japanischen Markt, während der „Dot.com“-Blase an den europäischen Märkten oder bei so manchem „Geheimtipp“ war ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 30 ein deutlicher Abwärtsindikator. Wenn die von Ihnen betrachtete Aktie also keinen sicheren Gewinnsprung aufgrund neuer Technologien oder Markteroberungen in der näheren Zukunft machen wird, dann deutet diese Kennzahl auf ein sehr hohes Risiko hin. Ähnliches gilt für Unternehmen, die langjährig weder Gewinne noch eine Dividende vorweisen konnten.

Wenn Sie also auf Aktien und deren Kursgewinne setzen und Strategien zur Vermeidung von Kursverlusten anwenden, dann werden Sie zwar nicht mühelos Millionär. Können aber wesentlich mehr aus Ihrem Geld machen.

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